Regelmäßige Arbeitsstätte – Begriffsklärung aus dem Lexikon

Definition Regelmäßige Arbeitsstätte (gilt bis Ende 2013)

© I-vista / PIXELIO

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Der Bundesfinanzhof hat mit einem Urteil vom 09. Juni 2011 entschieden, dass ein Arbeitnehmer nur eine regelmäßige Arbeitsstätte je Arbeitsverhältnis innehaben kann (vgl. BMF Schreiben). Die regelmäßige Arbeitsstätte wird dem Arbeitnehmer zugeordnet, wenn er

  • dauerhaft in einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers tätig ist, oder
  • jeden Arbeitstag in einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers tätig ist, oder
  • je Arbeitswoche einen vollen Arbeitstag in einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers tätig ist, oder
  • 20% der vereinbarten Arbeitszeit in einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers tätig ist, oder
  • der inhaltliche/ qualitative Schwerpunkt der Arbeit an dieser betrieblichen Einrichtung liegt, z.B. Firmenhauptsitz (wird oftmals herangezogen, wenn es keine Arbeitsstätte gibt, an der die Hauptarbeit geleistet wird, bzw. wenn es keine regelmäßige Arbeitsstätte gibt).

Der Begriff der regelmäßigen Arbeitsstätte wird übrigens im deutschen Reisekostenrecht bis Ende 2013 gebraucht. Ab 2014 wird er durch den Begriff der ersten Tätigkeitsstätte ersetzt. Die Festsetzung einer regelmäßigen Arbeitsstätte ist maßgeblich für die steuerliche Behandlung von Fahrtkosten sowie Reisekosten bei der Steuererklärung. Relevant sind hierbei

  • Fahrten zur regelmäßigen Arbeitsstätte,
  • Auswärtstätigkeiten (Dienstreisen) sowie
  • wechselnde Einsatzorte.

Die Erstattung der jeweilig angefallenen Fahrtkosten wird kurz im nächsten Absatz erklärt.

Erstattung von Fahrtkosten und Reisekosten

Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte kann der Arbeitnehmer als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Für die Berechnung der Kilometer wird nur die einfache Strecke herangezogen. Als Werbungskosten abzugsfähig sind entweder die Pendlerpauschale von 0,30 € oder die tatsächlich entstandenen Kosten. Auch der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer Fahrtkosten für die einfache Strecke des täglichen Arbeitsweges erstatten, allerdings muss der Arbeitgeber diese mit 15% pauschal versteuern, was auf der Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitnehmers erscheint. Der Werbungskostenabzug entfällt im Fall der Arbeitgebererstattung.

Wird der Arbeitnehmer außerhalb der regelmäßigen Arbeitsstätte tätig, z.B. im Rahmen einer Dienstreise, können die Fahrtkosten in voller Höhe gegenüber dem Arbeitgeber (sofern im Arbeitsvertrag vereinbart) oder bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. Hierzu werden entweder die Kilometerpauschale für jeden gefahrenen Kilometer oder die tatsächlich entstandenen Fahrtkosten herangezogen. Hinzu kommen Reisekosten, wie z.B. Verpflegungsmehraufwand, Übernachtungskosten und Reisenebenkosten.

Wird der Arbeitnehmer an wechselnden Einsatzstätten (Einsatzwechseltätigkeit) tätig, kann er die Kilometerpauschale für jeden gefahrenen Kilometer nach den Grundsätzen einer Auswärtstätigkeit (Dienstreise) geltend machen. Auch Reisekosten, wie Verpflegungsmehraufwand und Übernachtungskosten sowie Fahrtkosten und Reisenebenkosten, können ggf. bei der Tätigkeit an wechselnden Einsatzorten steuerfrei erstattet werden.

Für die Abrechnung der empfiehlt sich der Einsatz einer aktuellen Vorlage, in die alles eingetragen werden kann.

Zusatzinformation

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